Gebetsketten gibt es in vielen Religionen, vom Christentum (wo sie Rosenkranz heißt) über den Buddhismus, wo sie Mala genannt wird, bis hin zum Islam, wo sie Misbaha oder Subha genannt wird. Zugeschrieben werden dem Beten mit einer Gebetskette meditative und entspannende Eigenschaften. Wissenschaftlich wird die Gebetskette als memotechnisches Hilfsmittel bezeichnet. Die Kette erinnert den Träger an den Glauben und führt durch die Wiederholung immer gleicher Gebete oder Verse zu einer Beruhigung und im Grundsatz entspannteren Haltung. Dies gilt konfessionsübergreifend für alle Glaubensrichtungen.
Wie viele Perlen hat so eine Misbaha / Subha ?
Die im Islam zum Gebet übliche Misbaha gibt es verschiedenen Ausführungen: Am gebräuchlichsten sind Gebetsketten mit 33 oder 99 Perlen. Es gibt aber auch welche mit 11 oder gar 1000 Perlen. Die Ketten werden umgangssprachlich oft Tasbih genannt, manchmal auch Tesbih, bzw. Tespih. Gerade bei Türken sind solche Ketten sehr beliebt. Wer so eine Gebetskette bestellen möchte, hat die Wahl zwischen zahlreichen Ausführungen, nicht nur der Anzahl der Elemente nach, sondern auch nach Form und Farbe. 99er-Ketten sind häufig in drei 33er-Elemente aufgeteilt.
Im Islam werden beim Benutzen der Subha häufig drei verschiedene Wege beschritten:
- Subhann-allah: 33 mal wird Gott für seine Werke und sein Tun gepreist
- Alhamdulillah: 33 mal bedankt man sich bei Gott
- Allahu-akbar: 33 mal bekundet man, dass Gott großartig und allwissend ist, mächtig und gerecht
Manche Gläubige zitieren – nachdem Sie Gebetsketten kaufen – damit auch die 99 im Korn vorkommenden Namen Allahs oder sprechen religiöse Formeln.
Rosenkranz als Gebetsschnur
Aber nicht nur gläubige Moslems betten mit Perlenschnüren, sondern auch unter Katholiken, vor allen Dingen Älteren ist das Beten mit einer Gebetskette populär. Hier sind sogenannte Rosenkränze beliebt. Während häufig zwischen Daumen und Zeigefinger jeweils eine Perle weitergerutscht wird, werden Vaterunser und Ave Maria gebetet. Häufig folgen dabei auf ein Vaterunser zehn Ave Maria, gefolgt von einem Ehre sei dem Vater, wobei damit eine Betrachtung über das Leben, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi verbunden ist. Ein Rosenkranz als Gebetskette besteht aber nicht zwingend aus kleinen Rosen, sondern häufig aus Holzperlen oder anderen Perlen, die aneinandergereiht sind. Ein typischer Rosenkranz hat 59 Perlen. Das Rosenkranzgebet lässt sich mindestens bis in das 11.Jahrhundert zurückverfolgen.
Wie lange kaufen die Menschen schon Gebetsketten?
Die Tradition, Gebetsketten zu kaufen, geht nach Allāmah Muhammad Baqir Majlisi auf die Tochter Mohammeds, Fatimah zurück. Diese soll nach der Schlacht von Uhud bereits im Jahr 625 vor Christus den Friedhof der Märtyerer besucht haben und dabei eine Misbaha benutzt haben. Danach fingen viele Menschen an Misbahas herzustellen, zu benutzen und zu kaufen. Heute kann man natürlich eine Misbaha bequem online kaufen. Diese kann man natürlich als Muslim nicht nur in einer Moschee, sondern überall gebrauchen. In der Wiederholung der Gebete liegt für viele gläubige Türken eine beruhigende und den Glauben verstärkende Wirkung.
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